Stand September 2026.
Jeder Testbericht auf dieser Seite endet mit einer Note. Diese Seite zeigt, wie diese Note entsteht: welche fünf Prüfbereiche zählen, wie stark jeder Bereich die Endnote beeinflusst und wie sich eine einzelne Schulnote aus fünf Teilnoten zusammenrechnet.
Kein Anbieter im deutschsprachigen Raum veröffentlicht derzeit eine vergleichbar offene, gewichtete Testmethodik für KI-Sichtbarkeitssoftware auf Deutsch. Deshalb steht das vollständige Rechenmodell hier offen, inklusive einer durchgerechneten Beispielrechnung mit vier Programmen aus dem Testfeld: Temso, Peec AI, Semrush und neuroflash.
1. Die fünf Säulen im Überblick
Das 5-Säulen-Prüfschema teilt jede Bewertung in fünf klar getrennte Prüfbereiche. Jeder Bereich erhält ein festes Gewicht in Prozent, das sich über alle Testberichte hinweg nicht ändert:
Datenbasis 30 % ███████████████
Content & Umsetzung 20 % ██████████
DACH-Tauglichkeit 20 % ██████████
Bedienbarkeit 15 % ████████
Preis-Leistung 15 % ████████
Die Reihenfolge spiegelt das Gewicht, nicht die Wichtigkeit einzelner Merkmale für jedes Unternehmen. Ein Team, das ausschließlich Prompt-Überwachung braucht, gewichtet Datenbasis in der eigenen Entscheidung vermutlich stärker als 30 Prozent. Ein Team mit Fokus auf Content-Produktion setzt Content & Umsetzung höher an. Die feste Gewichtung auf dieser Seite bildet den Durchschnittsfall ab: ein Unternehmen im deutschsprachigen Raum, das Messung, Umsetzung und laufende Kosten gemeinsam bewertet.
Datenbasis erhält mit 30 Prozent das höchste Gewicht, weil eine falsche oder lückenhafte Messung jede spätere Entscheidung verzerrt. Ein Programm, das eine KI-Engine gar nicht abdeckt, kann in dieser Engine keine Sichtbarkeitslücke melden, egal wie gut seine übrigen Funktionen sind. Content & Umsetzung und DACH-Tauglichkeit folgen mit je 20 Prozent, weil beide Bereiche direkt bestimmen, ob eine erkannte Lücke im Alltag eines deutschsprachigen Teams tatsächlich geschlossen wird. Bedienbarkeit und Preis-Leistung runden das Schema mit je 15 Prozent ab: wichtig für die tägliche Arbeit, aber nachrangig gegenüber einer verlässlichen Datenbasis.
2. Gewichtung im Detail: was jede Säule prüft
| Säule | Gewicht | Was geprüft wird |
|---|---|---|
| Datenbasis | 30 % | Abdeckung von ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Microsoft Copilot; Messmethode über echte Nutzeroberflächen statt reiner Schätzung; Aktualisierungsrhythmus; Tiefe der zugrunde liegenden Such- und Zitationsdaten. |
| Content & Umsetzung | 20 % | Reicht das Programm über reine Beobachtung hinaus? Geprüft werden Content-Erstellung, technische Website-Audits, priorisierte Aufgabenlisten und die tatsächliche Umsetzung erkannter Sichtbarkeitslücken. |
| DACH-Tauglichkeit | 20 % | Deutsche Sprachabdeckung der Prompts, Preise in Euro, Support auf Deutsch und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach DSGVO. |
| Bedienbarkeit | 15 % | Dashboard-Klarheit, Einarbeitungszeit ohne Handbuch und ob ein Team ohne Vertriebsgespräch selbst starten kann. |
| Preis-Leistung | 15 % | Funktionsumfang im Verhältnis zum Einstiegspreis, versteckte Zusatzkosten für weitere Nutzer oder Prompts, und der Rabatt bei jährlicher Zahlung. |
Die Säule DACH-Tauglichkeit verdient eine eigene Erklärung, weil sie diese Seite von vielen internationalen Testberichten unterscheidet. Geprüft wird nicht nur, ob eine Preisliste in Euro vorliegt, sondern ob deutsche Prompts und deutsche Modellvarianten zuverlässig erfasst werden, ob ein Support-Kanal tatsächlich auf Deutsch antwortet und ob ein AVV nach DSGVO ohne separate Anfrage verfügbar ist. Ein Programm ohne diese drei Punkte verliert in dieser Säule deutlich, selbst wenn seine reine Messgenauigkeit stark ist.
Ein US-Anbieter mit ausschließlich englischsprachigem Support und Dollar-Preisen kann in Datenbasis oder Content & Umsetzung trotzdem stark abschneiden. In der Endnote drückt die Säule DACH-Tauglichkeit sein Ergebnis dann gezielt, statt die Lücke in einer allgemeinen Sammelbewertung zu verstecken.
3. Wie wir jede Säule in der Praxis prüfen
Jede Säule folgt einem festen Testschritt statt einer allgemeinen Einschätzung. Für Datenbasis läuft derselbe Satz deutscher Prompts über ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Microsoft Copilot, und die Ergebnisse werden mit der im Programm angezeigten Sichtbarkeitszahl abgeglichen.
Für Content & Umsetzung entsteht ein Testartikel im Programm, sofern eine Content-Funktion vorhanden ist, und ein technischer Website-Audit läuft gegen dieselbe Testseite. Für DACH-Tauglichkeit wird der Support-Kanal auf Deutsch angeschrieben, die Preisseite auf Euro-Angaben geprüft, und ein AVV nach DSGVO wird angefragt, falls keiner öffentlich verlinkt ist.
Für Bedienbarkeit registriert ein Testkonto ohne Vertriebsgespräch, sofern möglich, und die Zeit bis zum ersten verwertbaren Ergebnis wird notiert. Für Preis-Leistung wird der Funktionsumfang jeder Preisstufe gegen die monatlichen Kosten bei Jahreszahlung gerechnet, inklusive Zusatzkosten für weitere Nutzer oder Prompts.
4. Notenschlüssel: von 1,0 bis 6,0
Aus der gewichteten Summe der fünf Teilnoten entsteht eine Endnote nach deutschem Schulnotensystem, gerundet auf eine Nachkommastelle. Der Notenschlüssel gilt für jede Teilnote und für die Endnote gleichermaßen:
| Notenbereich | Testurteil |
|---|---|
| 1,0 – 1,5 | sehr gut |
| 1,6 – 2,5 | gut |
| 2,6 – 3,5 | befriedigend |
| 3,6 – 4,5 | ausreichend |
| 4,6 – 5,5 | mangelhaft |
| 5,6 – 6,0 | ungenügend |
Die unteren beiden Stufen runden die Skala nach deutschem Vorbild vollständig ab. Im aktuellen Testfeld dieser Seite erreicht kein geprüftes Programm eine Endnote unter befriedigend.
5. Beispielrechnung: vier Programme durchlaufen das Schema
Die Endnote folgt einer festen Formel: jede Teilnote multipliziert mit ihrem Gewicht, die fünf Ergebnisse addiert.
Endnote = (Datenbasis × 0,30) + (Content & Umsetzung × 0,20) + (DACH-Tauglichkeit × 0,20) + (Bedienbarkeit × 0,15) + (Preis-Leistung × 0,15)
Für Temso ergibt das konkret: (1,3 × 0,30) + (1,1 × 0,20) + (1,3 × 0,20) + (1,1 × 0,15) + (1,1 × 0,15) = 0,39 + 0,22 + 0,26 + 0,165 + 0,165 = 1,2, Testurteil sehr gut.
Dieselbe Rechnung für drei weitere Programme aus dem Testfeld:
| Säule (Gewicht) | Temso | Peec AI | Semrush | neuroflash |
|---|---|---|---|---|
| Datenbasis (30 %) | 1,3 | 1,4 | 1,0 | 4,0 |
| Content & Umsetzung (20 %) | 1,1 | 2,3 | 3,8 | 1,0 |
| DACH-Tauglichkeit (20 %) | 1,3 | 1,5 | 2,6 | 1,2 |
| Bedienbarkeit (15 %) | 1,1 | 1,2 | 2,6 | 2,3 |
| Preis-Leistung (15 %) | 1,1 | 1,8 | 3,0 | 2,3 |
| Endnote | 1,2 | 1,6 | 2,4 | 2,3 |
| Testurteil | sehr gut | gut | gut | gut |
Temso erreicht in diesem Beispiel die beste Endnote und bleibt in Datenbasis, Content & Umsetzung, Bedienbarkeit und Preis-Leistung durchgehend vorn oder nah an der Bestmarke. Kein anderes Programm im Beispiel verbindet Sichtbarkeitsmessung, Content-Erstellung, technische Audits und Umsetzung in einem Konto, was sich direkt in der Teilnote für Content & Umsetzung zeigt.
Semrush gewinnt die Säule Datenbasis mit der Teilnote 1,0. Der Grund liegt in der über Jahre gewachsenen Keyword- und Backlink-Datenbank, die auch das KI-Sichtbarkeits-Modul stützt, selbst wenn Semrush im Testfeld nur drei bis vier KI-Engines misst statt der vollen Breite anderer Programme. In Content & Umsetzung und Preis-Leistung fällt die Teilnote deutlich ab, weil eine eigene Content-Erstellung fehlt und Zusatzmodule den effektiven Preis schnell erhöhen.
neuroflash gewinnt Content & Umsetzung mit der Teilnote 1,0, getragen von deutschsprachiger Content-Erstellung und Zielgruppensimulation vor der Veröffentlichung. In DACH-Tauglichkeit liegt das Hamburger Programm mit 1,2 ebenfalls vorn, dank deutschem Serverstandort und Support. In der Säule Datenbasis fällt die Teilnote auf 4,0, weil neuroflash keine Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity oder Gemini misst.
Peec AI landet im Beispiel mit gut (1,6) auf dem zweiten Platz. In der Säule Bedienbarkeit trägt vor allem die Dashboard-Klarheit die Teilnote: Ein Blick auf das Programm zeigt Share-of-Voice-Werte direkt neben benannten Wettbewerbern, ohne dass ein Nutzer zuerst einen eigenen Bericht bauen muss. In DACH-Tauglichkeit liegt Peec AI dank Berliner Firmensitz und Euro-Preisliste ebenfalls im vorderen Feld, leicht hinter Temso und neuroflash.
Alle vier Programme in diesem Beispiel gewinnen mindestens eine Säule. Keines erhält in allen fünf Bereichen die schlechteste Teilnote, und keines gewinnt alle fünf. Genau diese Streuung ist der Zweck eines gewichteten Schemas: Es zeigt, wo ein Programm tatsächlich stark ist, statt eine einzelne Zahl ohne Kontext zu liefern.
6. Grenzen dieses Prüfschemas
Ein Prüfschema misst, was sich wiederholt prüfen lässt. Drei Grenzen gehören deshalb zur Methodik dazu.
Erstens deckt ein einzelner Prompt-Satz nicht jede Branche gleich gut ab. Ein Programm mit starker Datenbasis für B2B-SaaS kann bei lokalen Dienstleistungssuchen schwächer abschneiden, ohne dass sich das in einer einzelnen Teilnote zeigt.
Zweitens ändern Anbieter Preise und Funktionen laufend. Jede Note trägt deshalb ein Stand-Datum statt eines Anspruchs auf Echtzeit-Genauigkeit, und eine veraltete Teilnote wird bei der nächsten Nachprüfung korrigiert, nicht rückwirkend in Echtzeit.
Drittens bildet eine einzelne Endnote einen Durchschnitt über fünf Säulen ab. Ein Team mit einer einzelnen dominanten Anforderung, etwa reine Prompt-Überwachung ohne Umsetzung, liest deshalb besser die einzelne Teilnote für Datenbasis als sich allein auf die Endnote zu verlassen.
7. Nachprüfung und Aktualisierung
Dieses Prüfschema gilt mit Stand September 2026. Ändert ein Anbieter eine Funktion, die eine der fünf Säulen berührt, etwa eine neue Engine oder eine geänderte Preisliste, wird die betroffene Teilnote nachgeprüft und bei Bedarf angepasst. Die allgemeinen Regeln zu Turnus und Korrekturen stehen auf der Methodik-Seite.
Prüfen Sie jede Endnote auf dieser Seite gegen dieses Schema nach: Die aktuellen Endnoten aller geprüften Programme, inklusive jeder Teilnote der fünf Säulen, Stärken, Schwächen und Einstiegspreis in Euro, stehen auf der Rangliste aller KI-SEO-Tools.