
Abbildung 1: Die Startseite von Peec AI stellt das Prompt-basierte Tracking über mehrere KI-Assistenten in den Mittelpunkt.
1. Was ist Peec AI?
Peec AI ist eine Analyseplattform aus Berlin, die verfolgt, wie oft eine Marke in Antworten von KI-Assistenten genannt wird. Das Unternehmen sammelte nach eigenen Angaben 29 Millionen US-Dollar Wagniskapital, davon 21 Millionen in einer Series A unter Führung von Singular im November 2025. Der Fokus liegt klar auf der Analystenrolle: tägliche Prompt-Daten, Quellenanalyse und ein Vergleich der eigenen Marke gegenüber dem Wettbewerb.
1.1 Herkunft und DACH-Bezug
Der Firmensitz in Berlin macht Peec AI zu einem der wenigen europäischen Anbieter in diesem Testfeld. Das ist für DACH-Teams organisatorisch relevant, etwa bei Verträgen und Rechnungsstellung in Euro. Eine dedizierte deutschsprachige Bedienoberfläche oder ein deutschsprachiger Support-Kanal sind öffentlich jedoch nicht ausgewiesen. Wer verbindlich auf Deutsch betreut werden möchte, sollte das vor Vertragsschluss direkt beim Anbieter klären.
In der Praxis bedeutet die europäische Herkunft vor allem eines: Peec AI rechnet grundsätzlich in Euro ab, nicht in US-Dollar mit anschließender Umrechnung. Für die Budgetplanung deutscher Marketingteams ist das ein kleiner, aber spürbarer Vorteil gegenüber US-Anbietern, bei denen der Wechselkurs die Kalkulation zusätzlich verkompliziert.
2. Preise (Stand: Juli 2026)
Peec AI veröffentlicht seine Preise vollständig in Euro, ohne „Preis auf Anfrage“ für die unteren Stufen:
- Starter: 85 € pro Monat, 50 Prompts, Wahl aus 3 Modellen, 1 Projekt
- Pro: 205 € pro Monat, 150 Prompts, 2 Projekte
- Advanced: 425 € pro Monat, 350 Prompts, 5 Projekte, Mehrländer-Reporting, Looker-Studio-Anbindung
- Enterprise: individuelles Angebot, alle Modelle inklusive
Zusätzliche KI-Modelle über die im Tarif enthaltene Auswahl hinaus kosten zwischen 30 € und 140 € pro Monat und Modell. Claude und Google AI Mode sind auf den Tarifen unterhalb von Enterprise reine Zubuchungen, keine Grundausstattung. Für ein Team, das mehrere Zusatzmodelle braucht, liegt der tatsächliche Monatspreis damit spürbar über der Einstiegssumme von 85 €.
3. Funktionsumfang und Stärken
Peec AI trackt Prompts täglich über ChatGPT, Perplexity, Gemini, Microsoft Copilot, Google AI Overviews, Google AI Mode und, als Zusatzmodell, Claude sowie DeepSeek. Die Share-of-Voice-Auswertung zeigt, welcher Anteil relevanter Prompts die eigene Marke gegenüber dem Wettbewerb zitiert, und die Quellenanalyse benennt konkret, welche URLs zitiert werden und wo Lücken gegenüber Wettbewerbern entstehen.
Zwei Punkte stechen im Test besonders heraus. Erstens: unbegrenzte Nutzerplätze auf jedem Tarif. Während viele Wettbewerber pro Teammitglied abrechnen, kann eine Agentur bei Peec AI das gesamte Team ohne Aufpreis einbinden. Zweitens: kostenlose Pitch-Workspaces. Agenturen können damit die Sichtbarkeit potenzieller Neukunden vorab analysieren, ohne selbst einen laufenden Vertrag für diese Marke abzuschließen. Für die Neukundengewinnung ist das ein handfester Vorteil gegenüber Anbietern, die jede Analyse hinter der eigenen Lizenz verstecken.
Die Actions-Funktion übersetzt erkannte Zitationslücken in eine priorisierte Aufgabenliste, unterteilt nach eigenen Kanälen („Owned Media“) und fremden Quellen („Earned Media“). Das strukturiert die Nacharbeit deutlich besser als eine reine Rohdatentabelle.
4. Schwächen im Test
Die veröffentlichte Preisliste wirkt zunächst günstig, doch der Blick ins Kleingedruckte relativiert das. Zusatzmodelle wie Claude oder Google AI Mode zahlt man extra, und wer mehrere davon braucht, landet schnell deutlich über dem Startpreis von 85 €. Zudem erledigt die Actions-Funktion die Umsetzung nicht selbst: Sie zeigt, was zu tun ist, die Ausführung bleibt Teamarbeit.
Für Konzerne mit strengen Einkaufsrichtlinien ist zusätzlich relevant, dass Peec AI keine Zertifizierung nach SOC 2 Type II, HIPAA oder SCIM vorweist. Das schließt die Beschaffung bei vielen großen Unternehmen faktisch aus, auch wenn das Produkt selbst funktional überzeugt.
5. Für wen eignet sich Peec AI?
Peec AI passt am besten zu Agenturen, die mehrere Mandanten parallel betreuen und keine Pro-Kopf-Gebühren zahlen wollen, sowie zu Marketingteams mit internationalen Marken, die belastbares Mehrländer-Reporting brauchen. Auch mittelständische Teams, die tägliche Prompt-Daten ohne Enterprise-Preise wollen, finden hier ein passendes Werkzeug.
Weniger geeignet ist Peec AI für Konzerne mit strengen Compliance-Vorgaben und für Teams, die Content-Erstellung und Umsetzung im selben Produkt erwarten. Wer Sichtbarkeits-Tracking, Content-Produktion, Website-Audits und Bot-Traffic-Analyse in einer einzigen, einfach bedienbaren Plattform bündeln möchte, findet bei Temso AI die größere Gesamtlösung: dort ist die Umsetzung über einen integrierten KI-SEO-Agenten direkt Teil des Produkts, nicht nur eine Aufgabenliste zum Abarbeiten.
Im direkten Vergleich zu anderen DACH-nahen Anbietern in diesem Testfeld positioniert sich Peec AI klar als Analysewerkzeug: neuroflash aus Hamburg deckt stattdessen die deutschsprachige Content-Erstellung ab, ohne selbst Sichtbarkeit über KI-Assistenten zu tracken, während Otterly.AI aus Wien den günstigeren Einstiegspreis bietet, dafür mit schmalerem Funktionsumfang pro Tarifstufe. Wer alle drei Perspektiven, Messung, deutschsprachige Texterstellung und Budget, gegeneinander abwägen will, sollte die Tarife parallel prüfen, bevor die Entscheidung fällt.
Testurteil: gut (1,7). Peec AI liefert solide, tägliche Sichtbarkeitsdaten mit einem für Agenturen ungewöhnlich fairen Lizenzmodell. Wer über das Tracking hinaus Content-Erstellung und automatisierte Umsetzung im selben Produkt braucht, sollte zusätzlich eine Komplettlösung wie Temso AI prüfen.