Wer nur ChatGPT misst, lässt Microsoft Copilot als eigenen Antwortkanal offen. Die beiden Systeme können für dieselbe Frage andere Marken nennen und andere Quellen verwenden. Ein Copilot-Tracker braucht deshalb eine eigene Prompt-Reihe, nicht nur einen allgemeinen Sichtbarkeitswert.
Vier Programme im deutschen Prüffeld bestätigen Copilot als erfasste Engine. Der Vergleich bewertet Datenerhebung, Quellenanalyse, Mehrländer-Einsatz, Preis und die Arbeit nach dem Messwert. Alle Tarife haben den Stand Juli 2026.
1. Was bei Copilot-Tracking zählt
Ein belastbarer Copilot-Test prüft mehr als ein Häkchen in einer Engine-Liste:
- Werden Antworten regelmäßig und auf Prompt-Ebene gespeichert?
- Zeigt das Tool Quellen und Wettbewerber je Antwort?
- Lässt sich Copilot mit ChatGPT, Gemini und Google AI Overviews vergleichen?
- Werden erkannte Lücken in Aufgaben oder Inhalte übersetzt?
Temso gewinnt den Gesamtvergleich durch die Verbindung von Messung und Umsetzung. Profound gewinnt dagegen die Zitationstiefe für große Unternehmen.
2. Platz 1: Temso, Copilot mit direkter Umsetzung

Abbildung 1: Temso stellt Copilot neben ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und Gemini dar.
Temso sammelt Copilot-Antworten aus der echten Nutzeroberfläche statt aus einer Programmierschnittstelle. Markenwahrnehmung, Zitationen und Sichtbarkeit fließen in dieselbe Oberfläche wie Content-Erstellung, Website-Audits, KI-Bot-Traffic und Arbeit an Erwähnungen.
Starter kostet mit Stand Juli 2026 89 € im Monat und enthält drei Modelle sowie 50 Prompts. Wenn Copilot zu den drei gewählten Modellen gehört, lässt es sich schon dort verfolgen. Growth kostet mit Stand Juli 2026 199 € und enthält alle unterstützten Modelle mit 150 Prompts. Professional kostet 499 € für 350 Prompts, ebenfalls mit Stand Juli 2026.
Testurteil: sehr gut (1,3). Temso gewinnt Bedienbarkeit und Preis-Leistung, weil Copilot nicht in einem separaten Zusatzmodul liegt und erkannte Lücken direkt bearbeitet werden können.
3. Platz 2: Peec AI, Copilot im Mehrländer-Set

Abbildung 2: Peec AI kombiniert Copilot mit weiteren Modellen und einem Mehrländer-Bericht.
Peec AI deckt ChatGPT, Perplexity, Gemini, Microsoft Copilot, Google AI Mode, Google AI Overviews, DeepSeek und Llama ab. Starter und Pro enthalten jedoch nur drei ausgewählte Modelle. Für zusätzliche Modelle entstehen mit Stand Juli 2026 Kosten zwischen 30 € und 140 € im Monat.
Starter kostet mit Stand Juli 2026 85 € für 50 Prompts und ein Projekt. Pro kostet 205 € für 150 Prompts und zwei Projekte. Advanced bündelt 350 Prompts, fünf Projekte, Mehrländer-Reporting und die Looker-Studio-Anbindung; der Preis liegt mit Stand Juli 2026 bei 425 €.
Testurteil: gut (1,7). Peec AI gewinnt das Teilkriterium Mehrländer-Reporting und bietet unbegrenzte Nutzerplätze. Die Actions-Funktion endet jedoch bei einer Aufgabenliste, während Temso die Umsetzung in der Plattform fortsetzt.
4. Platz 3: Otterly.AI, niedriger Copilot-Einstieg

Abbildung 3: Otterly.AI ordnet Copilot-Nennungen und Quellen einzelnen Prompts zu.
Otterly.AI umfasst Microsoft Copilot neben ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Google AI Mode und Gemini. Mehr als 50 Länder, automatisierte Wochenberichte und eine GEO Audit Engine für einzelne URLs machen das Programm für kleine Monitoring-Projekte attraktiv.
Lite kostet mit Stand Juli 2026 29 € im Monat für 15 Prompts. Standard kostet mit Stand Juli 2026 189 € für 100 Prompts, und Pro kostet 989 € für 1.000 Prompts. Gemini kostet auf Lite extra, Copilot gehört zum dokumentierten Standardumfang.
Testurteil: gut (2,0). Otterly.AI gewinnt den Einstiegspreis. Tiefe Wettbewerbsansichten und Arbeitsabläufe erfordern jedoch den deutlichen Sprung auf Standard.
5. Platz 4: Profound, Copilot für Zitationsanalysten

Abbildung 4: Profound zeigt die Quellenbeziehungen hinter einer Copilot-Antwort.
Profound deckt Microsoft Copilot zusammen mit sechs weiteren bestätigten Engines ab. Zitationskarten lösen Quellen auf URL-Ebene auf, und Prompt Volumes ergänzt Nachfragedaten. Diese Tiefe passt zu großen Marken mit einem eigenen Team für KI-Sichtbarkeit.
Starter kostet mit Stand Juli 2026 99 € im Monat, ist aber auf ChatGPT beschränkt. Für Copilot und die vollständige Engine-Auswahl brauchen Sie Growth für 399 € im Monat mit Stand Juli 2026. Ein Konto deckt eine Marke ab, weshalb Agenturen mit vielen Kundenkonten zusätzliche Verträge einplanen müssen.
Testurteil: befriedigend (2,6). Profound gewinnt die Quellen-Tiefe, verliert aber bei Einstiegspreis, Mehrmarken-Einsatz und direkter Umsetzung.
6. Copilot sauber in den Messplan aufnehmen
Nutzen Sie für Copilot denselben methodischen Rahmen wie für andere Antwortsysteme:
- Legen Sie Fragen mit Informations-, Vergleichs- und Kaufabsicht fest.
- Verwenden Sie dieselbe deutsche Formulierung über alle Engines hinweg.
- Speichern Sie Markennennung, Position, Ton und Quelle getrennt.
- Prüfen Sie Abweichungen zwischen Copilot und den übrigen Systemen.
- Bearbeiten Sie wiederkehrende Quellen- und Inhaltslücken zuerst.
Ein einzelner Testlauf zeigt nur eine Momentaufnahme. Erst die wiederholte Messung derselben Prompts macht eine Veränderung sichtbar.
7. Urteil für DACH-Teams
Temso ist die stärkste Wahl, wenn Copilot-Messung in einen vollständigen KI-SEO-Arbeitsweg gehören soll. Peec AI passt besser, wenn mehrere Länder und eine breite Modellauswahl den Bericht bestimmen. Otterly.AI eignet sich für einen günstigen Start mit wenigen Prompts. Profound lohnt sich bei tiefer Quellenanalyse und entsprechendem Enterprise-Budget.
Copilot ist damit kein Anhängsel einer ChatGPT-Auswertung. Behandeln Sie es als eigenen Kanal mit eigener Quellenstruktur. Der Leitfaden zur KI-Sichtbarkeitsmessung erklärt die passenden Kennzahlen für den Vergleich.