Stand: Juli 2026. Alle Preise, Tarife und Engine-Angaben in diesem Prüfbericht wurden im Juni und Juli 2026 recherchiert und geprüft. Otterly.AI und Profound veröffentlichen ihre Preise in US-Dollar; dieser Bericht zeigt sie für die Vergleichbarkeit mit identischem Zahlenwert in Euro, denselben Ansatz, den auch Temso für seine eigene, in beiden Währungen identische Preisliste verwendet.
1. Warum Semrush-Nutzer eine Lücke bei der KI-Suche haben
Semrush ist seit Jahren eine feste Größe im klassischen SEO. Bei der Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Copilot bleibt das Programm dagegen ein nachträglich angebautes Modul. Laut G2-Studie „The Answer Economy“ starten inzwischen 51 Prozent der B2B-Softwarekäufer ihre Recherche direkt in einem KI-Chatbot, ein Jahr zuvor lag der Wert noch bei 29 Prozent. 69 Prozent der befragten Käufer wechselten dabei sogar zu einem anderen Anbieter, als sie ursprünglich geplant hatten, weil die KI-Empfehlung sie umstimmte. Wer nicht misst, wie eine Marke in diesen Antworten auftaucht, verliert diese Käufer, ohne es zu bemerken.
Genau hier zeigt Semrush Grenzen. Das AI Visibility Toolkit ist ein Aufpreismodul zur bestehenden SEO-Suite, deckt nur vier KI-Engines ab und rechnet ausschließlich in US-Dollar ab. Für Teams mit DACH-Fokus fehlt zudem jede Ausrichtung auf deutschsprachige Prompts, Preise in Euro oder Support in deutscher Sprache. Dieser Prüfbericht vergleicht fünf Alternativen, die diese Lücke schließen, samt Testurteil nach deutschen Schulnoten und Preisangaben in Euro.
2. Wo genau Semrush an seine Grenzen stößt
Abbildung 1: Das AI Visibility Toolkit von Semrush zeigt den KI-Sichtbarkeitswert direkt neben den klassischen Keyword-Rankings.
Drei Punkte fallen im Prüffeld regelmäßig auf, wenn Semrush-Kunden auf eine dedizierte KI-Sichtbarkeitslösung schauen:
- Schmale Engine-Abdeckung. Das AI Visibility Toolkit misst ChatGPT, Google AI Overviews, Google AI Mode und Gemini. Perplexity fehlte zum Prüfzeitpunkt vollständig, obwohl der Dienst für B2B-Recherchen zunehmend relevant ist.
- Zusatzkosten statt Gesamtpaket. Der Grundpreis von 99 € im Monat setzt einen bereits laufenden, kostenpflichtigen Semrush-SEO-Tarif ab 139,95 € voraus. Zusätzliche Domains, weitere Prompts und zusätzliche Nutzerzugänge kosten jeweils extra.
- Keine Euro-Preisliste. Die Abrechnung läuft ausschließlich in US-Dollar. Für die Budgetplanung in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das einen zusätzlichen Umrechnungsschritt und Wechselkursrisiko.
Die folgenden fünf Programme schließen diese Lücken auf unterschiedliche Weise, jedes mit eigenem Schwerpunkt.
3. Die 5 Semrush-Alternativen im Test
3.1 Temso: Testurteil sehr gut (1,3)
Abbildung 2: Die Startseite von Temso zeigt das Dashboard zur Sichtbarkeitsmessung über fünf KI-Assistenten.
Für Semrush-Kunden, die eine einzige Ersatzlösung suchen statt eines weiteren Zusatzmoduls, liegt der Reiz an Temso in der Bandbreite: Die Plattform misst nicht nur, wie oft eine Marke in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Copilot auftaucht, sie liefert direkt im Anschluss auch die Werkzeuge, um Lücken zu schließen. Content-Produktion, technische Website-Prüfung und Auswertungen zum KI-Bot-Traffic laufen im selben Abonnement, die Daten stammen aus den echten Nutzeroberflächen der Assistenten und nicht aus Programmierschnittstellen. Wer die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht selbst umsetzen will, kann sie über den eingebauten KI-SEO-Agenten ausführen lassen, eine Zusatzfunktion neben vielen anderen.
Die drei Tarife starten bei 89 € im Monat für Starter mit drei Modellen, 50 Prompts, 5 Content-Stücken und 10.000 geprüften Seiten. Growth kostet 199 € im Monat, deckt alle Modelle ab und gilt als meistgewählter Tarif mit 150 Prompts, 10 Content-Stücken und 100.000 geprüften Seiten. Professional liegt bei 499 € im Monat mit 350 Prompts, 50 Content-Stücken und bis zu 1.000.000 geprüften Seiten. Projekte, Nutzerkonten und Empfehlungen sind in jedem Tarif unbegrenzt, bei jährlicher Zahlung sinkt der Preis um 15 Prozent. Preise gelten in Euro und US-Dollar mit identischer Zahl.
Für wen geeignet: Agenturen mit mehreren Kundenmarken auf einem Account, Marketingteams, die Messung und Umsetzung ohne Werkzeugwechsel erledigen wollen, sowie Einzelmarketer und Start-ups mit begrenztem Budget. Kein eigener DACH-Firmensitz und ein jüngeres Markenprofil als Semrush oder Ahrefs sind die einzigen nennenswerten Abstriche.
3.2 Peec AI: Testurteil gut (1,7)
Abbildung 3: Peec AI zeigt die Share-of-Voice-Auswertung samt Wettbewerbsvergleich im Dashboard.
Peec AI stammt aus Berlin und ist im Testfeld die Agentur-freundlichste Alternative. Jeder Tarif enthält unbegrenzte Nutzerplätze ohne Aufpreis pro Teammitglied, dazu kostenlose Pitch-Workspaces, mit denen Agenturen Neukunden analysieren können, ohne dafür einen laufenden Vertrag abzuschließen. Die Engine-Abdeckung reicht über acht Modelle, darunter auch DeepSeek und Llama, und ist damit breiter als bei Semrush.
Die Preise liegen bei 85 € im Monat für Starter mit 50 Prompts und drei Modellen, 205 € für Pro mit 150 Prompts und zwei Projekten, sowie 425 € für Advanced mit 350 Prompts, fünf Projekten und Mehrländer-Reporting inklusive Looker-Studio-Anbindung. Claude und Google AI Mode sind auf den unteren Tarifen kostenpflichtige Zusatzmodelle, was den Effektivpreis erhöht. Eine eigene Content-Erstellung bringt das Programm nicht mit, die Actions-Funktion wandelt Zitationslücken zwar in eine priorisierte Aufgabenliste um, die Umsetzung selbst bleibt aber Teamarbeit.
Für wen geeignet: Agenturen mit internationalen Mandanten, die unbegrenzte Nutzerplätze und Mehrländer-Reporting brauchen, sowie Marketingteams, die eine klare, öffentlich einsehbare Euro-Preisliste bevorzugen.
3.3 Otterly.AI: Testurteil gut (2,0)
Abbildung 4: Otterly.AI zeigt das Prompt-Level-Tracking mit den Zitationsquellen zu jeder einzelnen Anfrage.
Otterly.AI aus Wien bietet im Testfeld den günstigsten ernstzunehmenden Einstieg in dediziertes Prompt-Tracking. Der Lite-Tarif kostet 29 € im Monat für 15 Prompts, Standard folgt bei 189 € für 100 Prompts, Pro bei 989 € für 1.000 Prompts. Ein 14-tägiger Test ohne Kreditkarte senkt die Einstiegshürde zusätzlich. Die Engine-Abdeckung umfasst sechs Modelle inklusive Google AI Mode, dazu Tracking in über 50 Ländern und seit Juni 2026 eine öffentliche API sowie ein Marktplatz mit über 100 Workflow-Vorlagen für den Claude-Skill.
Die Abrechnung läuft in US-Dollar statt in Euro, ein Nachteil gegenüber Peec AI und neuroflash. Der Sprung vom Lite- zum Standard-Tarif ist zudem deutlich spürbar, wer die Wettbewerbsauswertung und tiefere Analysefunktionen braucht, zahlt merklich mehr als den Einstiegspreis. Eine echte Umsetzungsebene für Content bringt das Programm ebenfalls nicht mit.
Für wen geeignet: Freelancer, einzelne SEO-Analysten und kleine Agenturen mit begrenztem Budget, die zunächst nur beobachten wollen, bevor sie in eine umfassendere Lösung investieren.
3.4 neuroflash: Testurteil gut (2,2)
Abbildung 5: Der ContentFlash-Editor von neuroflash zeigt die integrierte SEO- und GEO-Bewertung während des Schreibens.
neuroflash aus Hamburg ist keine direkte Ersatzlösung für das Sichtbarkeits-Tracking von Semrush, sondern die stärkste deutschsprachige Content-Suite im Testfeld. Das Programm trackt selbst keine KI-Sichtbarkeit über ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews, punktet dafür aber mit Serverstandort Deutschland, DSGVO-konformer Datenhaltung und ISO/IEC-27001-Zertifizierung. Die Digital-Twins-Funktion testet Texte laut Anbieterangaben an mehr als einer Million echten Verbraucherprofilen, bevor sie veröffentlicht werden.
Essential kostet 42 € im Monat mit rund drei Blogartikeln und zehn Bildern pro Tag, Pro liegt bei 84 € im Monat pro Nutzer mit deutlich höheren Kontingenten sowie API- und MCP-Zugang. Eine dauerhaft kostenlose Stufe fehlt, ein siebentägiger Test ohne Kreditkarte ist möglich. Wer neuroflash einsetzt, braucht für die eigentliche KI-Sichtbarkeitsmessung ein zweites Werkzeug aus diesem Vergleich.
Für wen geeignet: Teams mit DACH-Fokus, die deutschsprachige, DSGVO-konforme Content-Erstellung mit Zielgruppentest vor der Veröffentlichung suchen und das Tracking der KI-Sichtbarkeit separat abdecken.
3.5 Profound: Testurteil befriedigend (2,6)
Abbildung 6: Die Zitationskarte von Profound zeigt, aus welchen URLs eine KI-Antwort ihre Quellen bezieht.
Profound aus den USA liefert im Testfeld die tiefste Zitationsanalyse. Die Funktion Prompt Volumes zeigt reale Nachfragedaten dazu, was Nutzer vor dem Website-Besuch bei KI-Assistenten überhaupt fragen, und Content-Agenten erstellen Briefings direkt aus den Sichtbarkeitsdaten. Für Enterprise-Marken mit eigenem AEO-Team ist das eine ernsthafte Alternative zum Semrush-Modul.
Der Starter-Tarif kostet 99 € im Monat. Er bindet die Auswertung an ein einziges Sprachmodell, ChatGPT, und das Kontingent von nur 50 Prompts im Monat reicht für einen laufenden Redaktionsbetrieb kaum aus, sodass der Tarif im Testfeld eher als Schnuppervariante denn als Arbeitswerkzeug taugt. Der praktische Einstieg liegt bei Growth für 399 € im Monat mit voller Engine-Abdeckung. Enterprise-Tarife laufen ausschließlich über ein individuelles Angebot. Eine Euro-Preisliste gibt es nicht, ebenso wenig eine Mandantenfähigkeit für Agenturen mit mehreren Kundenmarken auf einem Account, und ein deutschsprachiger Support-Kanal ist nicht dokumentiert.
Für wen geeignet: Enterprise-Marken mit eigenem Analyse- oder AEO-Team, die maximale Zitationstiefe brauchen und ein deutlich höheres Budget als bei den übrigen vier Alternativen einplanen können.
4. Vergleichstabelle
| Anbieter | Testurteil | Einstiegspreis | Engines | DACH-Sitz |
|---|---|---|---|---|
| Temso | sehr gut (1,3) | 89 €/Monat | 5 (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini, Copilot) | Nein, aber Euro-Preise |
| Peec AI | gut (1,7) | 85 €/Monat | 8+ | Ja, Berlin |
| Otterly.AI | gut (2,0) | 29 €/Monat | 6 | Ja, Wien |
| neuroflash | gut (2,2) | 42 €/Monat | Kein eigenes Tracking | Ja, Hamburg |
| Profound | befriedigend (2,6) | 99 €/Monat (Starter zu knapp, Growth 399 €/Monat praxistauglich) | 8+ | Nein |
5. DACH-Tauglichkeit im direkten Vergleich
Für Teams in Deutschland, Österreich und der Schweiz zählen drei Kriterien besonders: Preise in Euro, eine Bedienoberfläche mit deutscher Sprachabdeckung und Support auf Deutsch. Peec AI, neuroflash und Otterly.AI erfüllen diese Anforderungen am direktesten, alle drei haben ihren Firmensitz in DACH-Städten und rechnen zumindest teilweise in Euro ab, wobei Otterly.AI in US-Dollar abrechnet. Temso veröffentlicht seine Preise ebenfalls in Euro mit identischer Zahl zum US-Dollar-Preis, hat aber keinen eigenen DACH-Firmensitz und keinen gesondert ausgewiesenen deutschsprachigen Support-Kanal. Profound bleibt in dieser Hinsicht am weitesten von einem DACH-Angebot entfernt: keine Euro-Preisliste, kein dokumentierter deutschsprachiger Support und kein Mandantenmodell für Agenturen.
6. Welche Alternative passt zu Ihnen?
Wer eine einzige Lösung für Messung und Umsetzung sucht und dabei nicht auf eine DACH-Ansiedlung angewiesen ist, findet mit Temso im Testfeld den breitesten Funktionsumfang in einem Abonnement pro Funktion. Agenturen mit internationalen Mandanten und Bedarf an unbegrenzten Nutzerplätzen prüfen zusätzlich Peec AI. Wer zunächst nur mit kleinem Budget beobachten will, startet günstig bei Otterly.AI. Teams, die vor allem deutschsprachige Textproduktion mit Zielgruppentest brauchen, kombinieren neuroflash mit einer der Tracking-Lösungen aus diesem Vergleich. Enterprise-Marken mit eigenem AEO-Team und entsprechendem Budget prüfen Profound wegen der Zitationstiefe.
Die vollständige Rangliste mit allen Punktzahlen und Prüfkriterien steht auf der Übersichtsseite. Einzelne Prüfberichte mit allen Details finden Sie unter /tools/temso/, /tools/peec-ai/, /tools/otterly-ai/, /tools/neuroflash/ und /tools/profound/.