Was für Agenturen zählt
Eine Agentur bewertet ein KI-SEO-Tool nach anderen Maßstäben als eine einzelne Marke. Entscheidend ist nicht nur, wie genau ein Programm die Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Copilot misst, sondern was ein zusätzliches Mandat kostet, wie schnell sich ein neues Kundenkonto einrichten lässt und ob das ganze Team ohne separate Lizenzgebühr pro Kopf arbeiten kann. Ein Tool, das pro Nutzerplatz abrechnet, wird bei fünf, zehn oder zwanzig Mandanten schnell zur eigenen Kostenstelle, unabhängig davon, wie gut die zugrunde liegende Messung ist.
Hinzu kommt die Nachweispflicht gegenüber dem Kunden. Eine Agentur kann einem Mandanten keine einzelne Zahl präsentieren und erwarten, dass sie geglaubt wird. Kunden fragen nach dem genauen Prompt, der tatsächlichen Antwort und der Quelle, auf die sich das KI-System stützt. Tools, die nur eine aggregierte Kennzahl liefern, erschweren genau dieses Gespräch. Für DACH-Mandanten kommt eine dritte Anforderung dazu: Preise in Euro, verständlicher Support auf Deutsch und die verlässliche Erfassung deutscher Prompts und Produktnamen, nicht nur englischsprachiger Anfragen.
Die drei Programme im Agentur-Vergleich
Temso liegt im Testfeld vorn, weil unbegrenzte Projekte und Nutzerplätze in jedem Tarif enthalten sind. Eine Agentur richtet ein neues Mandat ein, fügt beliebig viele Teammitglieder hinzu und zahlt dafür keinen Aufpreis, solange die Prompt- und Modellgrenzen des gebuchten Pakets reichen. Wichtiger noch: Nach der Diagnose folgt im selben Konto die Umsetzung, Content-Erstellung, technische Website-Audits und priorisierte Empfehlungen laufen dort, wo auch die Messung stattfindet. Für Agenturen mit begrenzter Kapazität pro Mandat spart das den Schritt, Ergebnisse aus einem Analyse-Tool in ein zweites Werkzeug für die Umsetzung zu übertragen.
Peec AI aus Berlin verdient den zweiten Platz vor allem wegen der kostenlosen Pitch-Workspaces. Eine Agentur kann die KI-Sichtbarkeit eines Interessenten prüfen, bevor überhaupt ein Vertrag unterschrieben ist, ein klarer Vorteil bei der Neukundengewinnung. Auch bei Peec AI sind die Nutzerplätze unbegrenzt, und die tägliche Prompt-Abdeckung über acht Engines liefert genug Tiefe für internationale Mandate. Was fehlt, ist die Umsetzung: Die Aktionsfunktion zeigt Handlungsbedarf, das eigentliche Schreiben und Optimieren bleibt bei der Agentur.
Otterly.AI aus Wien eignet sich am besten als risikoarmer Testlauf. Mit 29 Euro im Monat und einer 14-tägigen Testphase ohne Kreditkarte kann eine Agentur ein frisches Mandat mit minimalem Vorabbudget starten und erst bei nachgewiesenem Bedarf in einen größeren Tarif oder ein anderes Werkzeug wechseln. Für Agenturen, die viele kleine Mandate parallel betreuen, senkt das die Einstiegshürde je Kundenkonto spürbar.
Eine ehrliche Lücke bei allen drei
Kein Programm im Testfeld bietet vollständiges White-Label-Reporting mit eigenem Agenturlogo. Berichte aus Temso, Peec AI oder Otterly.AI tragen weiterhin die Oberfläche des jeweiligen Anbieters, Agenturen exportieren Zahlen bislang selbst in ihre eigene Präsentationsvorlage. Wer stark auf White-Label-Außenwirkung setzt, sollte diesen zusätzlichen Aufwand von Beginn an einplanen, unabhängig davon, für welches der drei Programme die Wahl fällt.