Wer heute nach einem Softwareanbieter, einer Behandlungsmethode oder einem Reiseziel sucht, tippt die Frage zunehmend direkt in ChatGPT oder erhält bei Google gar keine Trefferliste mehr, sondern zuerst eine von der KI verfasste Zusammenfassung. Für Websitebetreiber bedeutet das eine neue Prüfaufgabe: Es reicht nicht mehr, auf Position eins der Suchergebnisse zu stehen. Die eigene Marke muss auch innerhalb des generierten Antworttexts auftauchen, mit Nennung, Zitat oder Link. Dieser Prüfbericht erklärt, nach welchen Kriterien ChatGPT und Google AI Overviews Quellen auswählen, welche Textbausteine die Auswahl wahrscheinlicher machen, und mit welcher Reihenfolge an Prüfschritten Sie starten.

1. Warum die Kategorie jetzt eine eigene Prüfung verdient
Die Zahlen belegen den Wandel deutlich. Fast sechs von zehn Google-Suchanfragen schließen inzwischen ab, ohne dass der Nutzer eine Website öffnet: In der EU liegt dieser Anteil laut SparkToro und Datos (2024) bei 59,7 Prozent, in den USA bei 58,5 Prozent. Erscheint zusätzlich eine Google AI Overview über den klassischen Treffern, steigt die Zero-Click-Rate laut einer Semrush-Studie von 2025 auf rund 83 Prozent, verglichen mit etwa 60 Prozent ohne diese Zusammenfassung. Nutzer bekommen ihre Antwort direkt im Suchfenster und besuchen die Quelle immer seltener.
Auf der Kaufentscheidungsseite zeigt sich dieselbe Verschiebung. Laut G2 recherchiert mittlerweile jeder zweite B2B-Softwarekäufer zuerst in einem KI-Chatbot, exakt 51 Prozent gegenüber 29 Prozent im Jahr davor. Von diesen Käufern wählte ein erheblicher Teil am Ende einen anderen Anbieter, als ursprünglich geplant, weil der Chatbot eine andere Empfehlung ausgesprochen hat. Wer in diesen Antworten nicht vorkommt, verliert einen wachsenden Teil der Entscheidung, bevor ein Interessent die eigene Website je erreicht.
2. Wie Google AI Overviews Quellen auswählt
Google AI Overviews setzt auf dem bestehenden Suchindex auf. Das System durchsucht zunächst die gleichen Signale wie die klassische Google-Suche, technische Sauberkeit, Relevanz zur Anfrage, Autorität der Domain, und wählt daraus eine Teilmenge an Seiten aus, aus denen die Zusammenfassung generiert wird. Drei Punkte wiegen dabei besonders schwer.
Erstens die Klarheit der Antwort. Seiten, die eine Frage bereits in den ersten Sätzen direkt und vollständig beantworten, lassen sich leichter in eine Zusammenfassung übernehmen als Seiten, die erst nach mehreren Absätzen zum Kern kommen. Zweitens strukturierte Daten. Schema-Markup, saubere Überschriftenhierarchien und Tabellen erleichtern es dem System, einzelne Fakten aus dem Fließtext zu extrahieren. Drittens die Aktualität. Google AI Overviews greift häufig auf frisch gecrawlte Seiten zurück, weshalb ein aktuelles Stand-Datum und regelmäßig gepflegte Inhalte einen Vorteil bringen.
Wichtig für die Einordnung: Laut der Semrush-Studie tauchten Google AI Overviews Anfang 2025 bei 6,49 Prozent aller ausgewerteten Suchanfragen auf, stiegen bis Juli 2025 auf einen Höchstwert von 24,61 Prozent und pendelten sich bis November 2025 bei rund 15,7 Prozent ein. Die Zusammenfassung erscheint also nicht bei jeder Anfrage, aber bei einem Anteil, der für viele Branchen inzwischen geschäftsrelevant ist.
3. Wie ChatGPT Quellen auswählt
ChatGPT arbeitet nach einem anderen Prinzip. Ein Teil des Wissens stammt aus den Trainingsdaten des Sprachmodells, ein wachsender Teil aus Live-Websuchen, die das Modell bei Bedarf selbst auslöst. Bei einer aktuellen oder spezifischen Frage sucht ChatGPT im Web, wertet mehrere Quellen aus und formuliert daraus eine eigene Antwort, oft mit Verweis auf die verwendeten Seiten.
Für die Quellenauswahl zählt bei ChatGPT stärker als bei Google AI Overviews, wie oft eine Marke oder ein Produkt über verschiedene Plattformen hinweg konsistent erwähnt wird. Forenbeiträge, Vergleichsportale, Fachmedien und Bewertungsseiten fließen zusätzlich zur eigenen Website in die Antwort ein. Eine Studie von BrightEdge aus dem Jahr 2025 zeigt, wie unterschiedlich Systeme dabei urteilen können: Bei 61,9 Prozent der untersuchten Anfragen nannten Google AI Overviews, Google AI Mode und ChatGPT jeweils andere Markennamen, nur bei 33,5 Prozent stimmten alle drei Systeme überein. Eine Website allein reicht deshalb nicht aus. Ohne begleitende Erwähnungen auf Drittplattformen bleibt die Sichtbarkeit in ChatGPT-Antworten oft hinter der in Google AI Overviews zurück.
4. Die Textbausteine, die in beiden Systemen wirken
Trotz der unterschiedlichen Auswahlverfahren wirken dieselben vier Textbausteine sowohl bei ChatGPT als auch bei Google AI Overviews, ergänzt um einen fünften Punkt speziell für den deutschsprachigen Raum.
Direkter Antwortsatz am Anfang. Die ersten 40 bis 60 Wörter eines Abschnitts sollten die zentrale Frage bereits vollständig beantworten. Erklärungen, Beispiele und Ausnahmen gehören danach, nicht davor.
Belegbare Zahlen mit Quelle. Aussagen mit konkreten Zahlen und einer nachvollziehbaren Quelle werden häufiger übernommen als allgemeine Behauptungen. Ein Stand-Datum neben jeder Zahl erhöht zusätzlich das Vertrauen des Systems in die Aktualität.
Saubere Struktur. Kurze Absätze, eindeutige Zwischenüberschriften und, wo passend, Tabellen oder Listen erleichtern es beiden Systemen, einzelne Fakten aus dem Text zu extrahieren, statt sie aus langen Fließtextpassagen herauslesen zu müssen.
Erwähnungen außerhalb der eigenen Domain. Ein Eintrag in einem Vergleichsportal, ein Fachartikel oder eine Diskussion in einem einschlägigen Forum wirkt wie eine zweite Stimme, die die eigene Aussage bestätigt. Gerade für ChatGPT ist dieser Baustein oft wichtiger als die eigene Website allein.
Für deutschsprachige Unternehmen kommt ein fünfter Punkt hinzu, der in internationalen Anleitungen häufig fehlt: die tatsächliche Abdeckung deutscher Prompts. Nicht jedes System behandelt eine deutschsprachige Anfrage genauso gründlich wie dieselbe Frage auf Englisch. Wer prüfen will, ob die eigene Marke bei deutschen Formulierungen überhaupt in Betracht gezogen wird, muss das gezielt mit deutschen Prompts testen, nicht nur mit übersetzten Beispielen aus einer englischsprachigen Anleitung.
5. Erste Prüfschritte für die eigene Website
Vier Schritte in dieser Reihenfolge bringen den größten Effekt bei überschaubarem Aufwand.
- Sichtbarkeit messen. Prüfen Sie zunächst, wie oft und in welchem Kontext Ihre Marke aktuell in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Copilot auftaucht. Ohne diese Ausgangsmessung lässt sich später kein Fortschritt belegen.
- Bestehende Inhalte auf Antwortstruktur prüfen. Öffnen Sie die wichtigsten zehn Seiten Ihrer Website und prüfen Sie, ob die zentrale Frage in den ersten zwei bis drei Sätzen beantwortet wird. Fehlt dieser direkte Einstieg, ist das oft der schnellste Hebel.
- Technische Zugänglichkeit prüfen. KI-Bots müssen die Seite crawlen können, ohne durch Cookie-Banner, aggressives JavaScript-Rendering oder blockierte robots.txt-Regeln aufgehalten zu werden. Ein technischer Audit deckt diese Blockaden auf.
- Erwähnungen außerhalb der eigenen Seite planen. Legen Sie fest, auf welchen drei bis fünf externen Plattformen Ihre Branche tatsächlich diskutiert wird, und bauen Sie dort gezielt Präsenz auf, statt breit und unspezifisch zu streuen.
Diese vier Schritte lassen sich manuell beginnen, aber die laufende Kontrolle über mehrere KI-Systeme hinweg braucht mit der Zeit eine dedizierte Prüfsoftware. Das vollständige Prüfergebnis vergleicht acht Programme genau für diese Aufgabe, mit Note, Preis in Euro und Stand-Datum.
6. Wenn Messung und Umsetzung getrennt bleiben
Viele Teams stoßen an eine Grenze, sobald die Messung Lücken aufdeckt: Die Sichtbarkeitszahlen zeigen, wo die Marke fehlt, aber die Umsetzung, neue Inhalte, technische Korrekturen, neue Erwähnungen, bleibt ein separates Projekt mit eigenem Werkzeug und eigenem Zeitplan. Der Prüfbericht zu Temso beschreibt eine Alternative, bei der Sichtbarkeitsmessung, Content-Erstellung und technische Website-Prüfung im selben Zugang liegen, sodass eine erkannte Lücke ohne Werkzeugwechsel bearbeitet werden kann. Wer stattdessen einen auf Deutschland, Österreich und die Schweiz spezialisierten Anbieter mit Sitz in Berlin sucht, findet im Prüfbericht zu Peec AI die passende Einordnung.
Am Ende bleibt die Kernaussage dieses Prüfberichts einfach: Klassisches SEO legt weiterhin das technische Fundament, aber Sichtbarkeit in ChatGPT und Google AI Overviews braucht zusätzlich klare Antwortsätze, belegbare Zahlen, saubere Struktur und Erwähnungen außerhalb der eigenen Domain. Wer diese Bausteine konsequent umsetzt und die Wirkung regelmäßig misst, verschafft der eigenen Marke einen wachsenden Vorsprung in einer Suchlandschaft, die zunehmend ohne Klick auskommt.