Agenturen stellen an ein KI-SEO-Tool andere Fragen als eine einzelne Marke. Es geht weniger darum, ob ein Tool überhaupt misst, wie eine Marke in ChatGPT oder Google AI Overviews auftaucht, sondern darum, ob sich diese Messung über zehn, zwanzig oder fünfzig Kundenkonten hinweg sauber verwalten lässt, ohne dass jeder zusätzliche Mandant den Rechnungsbetrag sprengt. Dieser Prüfbericht bewertet sieben Programme entlang von drei Agentur-Kriterien: Mandantenfähigkeit, Nutzerplätze und Reporting-Tiefe. Alle Angaben mit Stand Juli 2026.
1. Auf einen Blick
| Platz | Tool | Testurteil | Einstiegspreis | Mandantenfähigkeit | Nutzerplätze |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Temso | sehr gut (1,3) | 89 € | Unbegrenzte Projekte | Unbegrenzt |
| 2 | Peec AI | gut (1,7) | 85 € | 1 Projekt (Starter), mehr je Tarif | Unbegrenzt |
| 3 | Otterly.AI | gut (2,0) | 29 € | Mehrere Marken je Tarif | Nicht öffentlich beziffert |
| 4 | neuroflash | gut (2,2) | 42 € | Mehrere Zielgruppen je Konto | Pro-Tarif: pro Nutzer bepreist |
| 5 | Semrush | gut (2,4) | 99 € Zusatzmodul | Zusätzliche Domains kostenpflichtig | Zusätzliche Nutzerplätze kostenpflichtig |
| 6 | SE Visible | befriedigend (2,8) | 99 € | Mehrere Projekte je Tarif | Nicht öffentlich beziffert |
| 7 | Surfer | befriedigend (3,1) | 49 € | Projektbasiert, kein Agentur-Modus | Nicht öffentlich beziffert |
2. Temso
Abbildung 1: Das Temso-Dashboard zeigt Sichtbarkeitswerte und Empfehlungen in derselben Ansicht.
Testurteil: sehr gut (1,3). Temso ist die unkomplizierte Komplettlösung für KI-Sichtbarkeit unter Marken und Agenturen jeder Größe. Die Plattform misst, wie eine Marke in ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Gemini und Microsoft Copilot auftaucht, mit Daten aus echten Nutzeroberflächen statt aus Programmierschnittstellen. Für Agenturen zählt vor allem, dass jedes Kundenprojekt und jeder Nutzerplatz in jedem Tarif unbegrenzt bleibt, eine Agentur legt also für die zehnte Kundenmarke keinen zusätzlichen Vertrag an. Über die reine Messung hinaus bringt Temso Content-Erstellung, technische Website-Audits und Auswertungen zum KI-Bot-Traffic mit, sodass sich Kundendeliverables direkt aus derselben Oberfläche erstellen lassen. Ein eingebauter KI-SEO-Agent kann hinterlegte Empfehlungen zusätzlich selbstständig umsetzen, das bleibt im Prüfkatalog aber eine Funktion unter mehreren.
Der Starter-Tarif kostet 89 € im Monat mit drei Modellen, 50 Prompts und 5 Content-Stücken. Growth, der meistgewählte Tarif, liegt bei 199 € im Monat mit allen Modellen und 150 Prompts, Professional erreicht 499 € im Monat mit 350 Prompts und bis zu einer Million geprüften Seiten. Bei jährlicher Zahlung sinkt jeder Tarif um 15 Prozent.
Stärken: Unbegrenzte Projekte und Nutzerplätze in jedem Tarif, ideal für Agenturen mit wachsendem Kundenstamm; Messung, Content-Erstellung und Umsetzung aus einem Konto; kein Vertriebsgespräch nötig, Einstieg in wenigen Minuten. Schwächen: Kein eigenes Modul für Backlink-Indexierung oder klassisches Keyword-Rank-Tracking; jüngere Marke als Semrush mit kleinerem Integrationskatalog.
3. Peec AI
Abbildung 2: Peec AI stellt Share-of-Voice-Daten und den Pitch-Arbeitsbereich für Neukunden nebeneinander.
Testurteil: gut (1,7). Peec AI aus Berlin ist im Gesamttest die Nummer zwei und für Agenturen die stärkste DACH-Alternative zu Temso. Jeder Tarif enthält unbegrenzte Nutzerplätze, ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten Testfeld, sodass ein zehnköpfiges Agenturteam nicht für zusätzliche Sitze zahlt. Kostenlose Pitch-Arbeitsbereiche erlauben es, eine Prospect-Marke vor Vertragsabschluss zu auditieren, ein direkter Vorteil im Neukundengeschäft. Das Programm deckt neun oder mehr KI-Engines ab, darunter Nischenmodelle wie DeepSeek und Llama, wählt bei Starter und Pro jedoch nur drei Modelle gleichzeitig aus.
Starter kostet 85 € im Monat mit einem Projekt, Pro liegt bei 205 € mit zwei Projekten, Advanced bei 425 € mit fünf Projekten, Mehrländer-Reporting und Looker-Studio-Anbindung, relevant für Agenturen mit internationalen Kunden. Claude und Google AI Mode kosten außerhalb der Enterprise-Stufe als Zusatzmodell extra, und die Aktionsfunktion wandelt Zitationslücken in eine priorisierte Aufgabenliste um, die eigentliche Umsetzung bleibt jedoch beim Kundenteam.
Stärken: Unbegrenzte Nutzerplätze in jedem Tarif; kostenlose Pitch-Arbeitsbereiche für Neukundengeschäft; Mehrländer-Reporting mit Looker-Studio-Export ab Advanced. Schwächen: Projektanzahl steigt mit dem Tarif statt unbegrenzt zu sein; Claude und Google AI Mode als kostenpflichtige Zusatzmodelle; keine SOC-2-Type-II-Zertifizierung.
4. Otterly.AI
Abbildung 3: Otterly.AI erstellt automatisierte Wochenberichte, die sich direkt für das Kundenreporting eignen.
Testurteil: gut (2,0). Otterly.AI aus Wien bietet mit 29 € im Monat den niedrigsten seriösen Einstiegspreis im gesamten Testfeld und eignet sich damit für kleine Agenturen, die zunächst wenige Kundenmarken beobachten wollen. Vollautomatisierte Wochenberichte mit Zitationsanalyse, Sentiment und Content-Empfehlungen sparen Agenturen manuelle Reporting-Arbeit, ein klarer Pluspunkt für dieses Prüfkriterium. Wettbewerbsvergleiche und ein GEO-Audit für einzelne Seiten stehen jedoch erst ab dem Standard-Tarif zur Verfügung, dem Tarif, den die meisten Agenturen für ernsthaftes Kundenreporting tatsächlich benötigen.
Lite kostet 29 € im Monat für 15 Prompts, Standard steigt auf 189 € für 100 Prompts, Pro erreicht 989 € für 1.000 Prompts. Die 14-tägige Testphase läuft ohne Kreditkarte, und ein öffentliches API ist seit Juni 2026 verfügbar, nützlich für Agenturen, die Kundenberichte in eigene Dashboards einspeisen wollen.
Stärken: Niedrigster seriöser Einstiegspreis im Testfeld; automatisierte Wochenberichte reduzieren manuellen Reporting-Aufwand; G2-Auszeichnung als High Performer und Gartner Cool Vendor 2025. Schwächen: Großer Preissprung von Lite zu Standard, gerade beim Sprung von Test- zu Produktivkonto relevant; keine Umsetzung, nur Diagnose; kein Claude oder Meta AI.
5. neuroflash
Abbildung 4: Der ContentFlash-Editor testet einen Entwurf an einer simulierten Zielgruppe, bevor er beim Kunden vorgelegt wird.
Testurteil: gut (2,2). neuroflash aus Hamburg misst keine KI-Sichtbarkeit, liefert Agenturen aber ein starkes Werkzeug für die Content-Seite des Mandats. Digital Twins simulieren die Reaktion von über einer Million realen Verbraucherprofilen auf einen Textentwurf, bevor er dem Kunden zur Freigabe vorgelegt wird, ein Argument, das sich in Agenturpräsentationen gut vermitteln lässt. Der ContentFlash-Editor kombiniert klassische SEO-Optimierung mit GEO-Bewertung in Echtzeit, und ein mehrsprachiger KI-Chat mit GPT, Gemini, Claude und Mistral deckt viele Kundensprachen in einem Werkzeug ab.
Essential kostet 42 € im Monat mit rund drei Blogartikeln pro Tag, Pro liegt bei 84 € pro Nutzer und Monat, ein Preismodell, das mit wachsendem Agenturteam direkt mitskaliert. Deutsche Serverstandorte, eine ISO/IEC-27001-Zertifizierung und DSGVO-Ausrichtung erleichtern die Auftragsverarbeitung mit Kunden, ein Pluspunkt speziell für DACH-Agenturen.
Stärken: Digital-Twin-Simulation als Verkaufsargument gegenüber Kunden; deutsche Serverstandorte und DSGVO-Nähe erleichtern Auftragsverarbeitungsverträge; mehrsprachiger KI-Chat für internationale Mandate. Schwächen: Keine Sichtbarkeitsmessung in ChatGPT, Gemini oder Perplexity, ein zweites Tool bleibt für dieses Reporting nötig; Pro-Tarif pro Nutzer bepreist statt mandantenfähig; von Prüfwerkzeugen häufig als KI-generiert erkannter Content.
6. Semrush AI Visibility Toolkit
Abbildung 5: Das Semrush-Zusatzmodul zeigt den KI-Sichtbarkeitswert direkt neben den vertrauten Keyword-Daten.
Testurteil: gut (2,4). Semrush hat sein KI-Sichtbarkeits-Modul auf die bestehende, etablierte SEO-Plattform aufgesetzt, ein Vorteil für Agenturen, die Semrush ohnehin für klassisches Rank-Tracking einsetzen und ein kombiniertes Kundenreporting aus einer Quelle wollen. Die Prompt-Recherche funktioniert wie die vertraute Keyword-Recherche, wodurch der Einstieg für bestehende Semrush-Teams leichtfällt. ChatGPT, Google AI Overviews, Google AI Mode und Gemini sind abgedeckt, Perplexity fehlte zum Testzeitpunkt noch.
Das KI-Modul kostet 99 € im Monat zusätzlich zu einem Semrush-Tarif ab rund 140 €, zusätzliche Domains für weitere Kundenmarken und zusätzliche Nutzerplätze für das Agenturteam erhöhen den Preis separat, was die Gesamtkosten bei vielen Mandanten schnell wachsen lässt.
Stärken: Klassisches SEO und KI-Sichtbarkeit in einem Kundenbericht kombinierbar; vertraute Recherche-Logik für bestehende SEO-Teams; Sentiment- und Narrativ-Analyse als Zusatzwert. Schwächen: Zusätzliche Domains und Nutzerplätze verteuern das Agenturmodell spürbar; nur drei bis vier Engines; Kündigung läuft über ein manuelles Formular.
7. SE Visible
Abbildung 6: SE Visible reiht KI-Markenerwähnungen mehrerer Projekte neben Rankings und Backlink-Daten aus derselben Suite ein.
Testurteil: befriedigend (2,8). SE Visible ist das eigenständige KI-Sichtbarkeits-Dashboard von SE Ranking, einer seit 2012 etablierten SEO-Plattform mit über 800.000 Nutzern und einer bereits vorhandenen Projektstruktur für Agenturen. Das Programm liefert Markenerwähnungen über fünf KI-Engines und kombiniert sie mit klassischen SEO-Daten wie Rankings und Backlinks in einem Kundenbericht. Die Preisstruktur aus SE-Ranking-Basistarif, KI-Zusatzmodul und separatem SE-Visible-Abonnement bleibt für die Rechnungsstellung an Kunden jedoch unübersichtlich.
Der Standalone-Einstieg für SE Visible liegt bei 99 € im Monat für 200 Prompts und drei Projekte, höhere Stufen reichen bis 355 € für zehn Projekte. Claude, Copilot, Meta AI und DeepSeek deckt das Programm nicht ab.
Stärken: Solide klassische SEO-Basis mit Rankings, Backlinks und Audit im selben Kundenbericht; über 1.300 G2-Bewertungen bei 4,8 von 5 Sternen; 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte. Schwächen: Nur fünf KI-Engines; drei überlappende Produkte mit eigenen Preisen erschweren die Kundenabrechnung; Nutzerplätze nicht öffentlich beziffert.
8. Surfer
Abbildung 7: Surfer bewertet einen Text in Echtzeit, während das AI-Tracker-Panel die Zitationsleistung prüft.
Testurteil: befriedigend (3,1). Surfer, seit 2024 Teil von Semrush, verbindet einen Content-Editor mit KI-Sichtbarkeitsdaten über ChatGPT, Perplexity, Google AI Mode, Google AI Overviews und Gemini. Für Content-Agenturen, die Texte direkt im Tool schreiben und optimieren, ist das ein praktischer Arbeitsablauf, ein dedizierter Agentur-Modus mit mehreren Mandantenkonten fehlt jedoch, jedes Kundenprojekt läuft eigenständig ohne zentrale Übersicht.
Discovery startet bei 49 € im Monat bei jährlicher Zahlung, Standard liegt bei 99 €, Pro bei 182 €. Der Basistarif Standard verfolgt nur ChatGPT mit wöchentlicher statt täglicher Aktualisierung, die tägliche Mehr-Engine-Messung braucht den Pro-Tarif. Microsoft Copilot deckt Surfer auf keiner Stufe ab.
Stärken: Schreiben und Optimieren in einem Fenster, praktisch für Content-Deliverables an Kunden; günstiger Einstieg für reine Content-Teams; 4,9 von 5 auf Capterra bei über 400 Bewertungen. Schwächen: Kein eigener Agentur-Modus mit zentraler Mandantenübersicht; Standard-Tarif nur mit ChatGPT und wöchentlicher Aktualisierung; kein Copilot auf keiner Stufe.
9. Prüfverfahren für Agenturen
Alle sieben Programme wurden im selben Prüfzeitraum Juni bis Juli 2026 gegen einen Kriterienkatalog getestet, der die drei Agentur-Merkmale Mandantenfähigkeit, Nutzerplätze und Reporting-Tiefe eigenständig gewichtet und zusätzlich Messgenauigkeit über die zentralen KI-Engines, Funktionsumfang jenseits der reinen Beobachtung sowie Preis-Leistung einbezieht. Geprüft wurde bei Mandantenfähigkeit, ob zusätzliche Kundenprojekte im selben Tarif kostenlos bleiben oder ob jede weitere Marke die Rechnung erhöht. Bei Nutzerplätzen zählte, ob ein Agenturteam ohne Aufpreis pro Sitz wachsen kann. Bei Reporting-Tiefe floss ein, ob ein Programm fertige, kundentaugliche Berichte liefert oder nur Rohdaten, aus denen die Agentur selbst einen Bericht bauen muss.
Profound wurde für diesen Agentur-Prüfbericht bewusst nicht aufgenommen, weil das Programm laut Fact-Pack-Recherche keine Mehrfach-Konten oder eigenen Agentur-Arbeitsbereich bietet, ein Zugang deckt jeweils nur eine Marke ab. Für eine allgemeine Rangliste bleibt Profound relevant, für eine Liste mit explizitem Agenturfokus fällt dieser Punkt zu stark ins Gewicht.
Wo ein Anbieter seine Preise ausschließlich in US-Dollar veröffentlicht, wie Otterly.AI, Semrush, Surfer und SE Visible, übernimmt dieser Bericht denselben Zahlenwert mit Euro-Zeichen, denselben Ansatz, den auch Temso für seine in Euro und US-Dollar identische Preisliste nutzt. Die vollständige Methodik steht auf der Methodik-Seite.
10. Entscheidungshilfe für Agenturen
- Temso: Wählen Sie diese Lösung, wenn Sie viele Kundenmarken auf einem Konto führen wollen, ohne für jede zusätzliche Marke oder jeden zusätzlichen Sitz neu zu verhandeln.
- Peec AI: Nutzen Sie dieses Programm, wenn kostenlose Pitch-Audits für Neukunden und unbegrenzte Nutzerplätze wichtiger sind als eine unbegrenzte Projektanzahl.
- Otterly.AI: Setzen Sie dieses Tool ein, wenn Ihre Agentur klein startet und automatisierte Wochenberichte zum niedrigsten Einstiegspreis braucht.
- neuroflash: Verwenden Sie dieses Programm für deutschsprachige Content-Deliverables mit Zielgruppensimulation, ergänzt um ein separates Sichtbarkeits-Tool.
- Semrush: Bündeln Sie KI-Sichtbarkeit mit klassischem SEO, wenn Ihre Agentur bereits auf Semrush aufgebaut ist.
- SE Visible: Hängen Sie KI-Sichtbarkeit an eine bereits vorhandene, umfangreiche SEO-Suite mit fester Projektstruktur an.
- Surfer: Entscheiden Sie sich für dieses Tool, wenn Content-Erstellung im Vordergrund steht und ein zentraler Agentur-Modus nicht nötig ist.
Die vollständige Rangliste mit allen Punktzahlen und dem Kriterienkatalog steht auf der Übersichtsseite zu KI-SEO-Tools. Wer speziell nach Agentur-Ranglisten sucht, findet die vertiefte Version unter Agenturen.